Frühstückstreffen am 15. Oktober 2016 - Rückblende

Es ist einfach jedes Jahr ein Genuss, in die wunderschön geschmückte Kirche in Lichtenwald zum Frühstückstreffen zu kommen. Einladender Kaffeeduft, ein köstliches Buffet, beschwingte Musik und nette Menschen lassen einen ganz normalen Samstagvormittag im Oktober zu einem Höhepunkt werden. Der Vortrag von Silke Traub „Wa(h)re Religion- warum ausgerechnet der christliche Glaube“ hat uns herausgefordert. Was ist das Echtheitsmerkmal einer Religion? Wie gehen wir mit Andersdenkenden um? Was ist das Einzigartige am christlichen Glauben? Silke Traub stieg in das komplexe Thema ein mit der Ringparabel von Gottfried Ephraim Lessing aus dem Gesamtwerk „Nathan der Weise“.  In der Geschichte geht es darum, welche Religion die wahre ist:  der Islam, das Judentum oder das Christentum. „An der Liebe und den guten Werken werdet ihr die Echtheit erkennen“. Das ist die Aussage der Parabel.

Die Grundlage unserer demokratischen Gesellschaft ist die Toleranz, die Religionsfreiheit ist in unserem Grundgesetz verankert, Gott sei Dank. Das ist ein hohes Gut. Doch wenn alles gleich gültig ist, besteht auch die Gefahr der Gleichgültigkeit. Der religiöse Standpunkt geht verloren, Wertungen sind verpönt, Religion ist Privatsache. In unserer heutigen globalen Welt gibt es eine große Vielfalt an  Religionen. Jeder kann sich nach seinem Geschmack seinen Glauben zusammenbasteln, oder auch gar nicht glauben. Daher ist die Frage durchaus berechtigt: „Was ist das Besondere am christlichen Glauben?“

Im Gegensatz zu den Religionen ist der christliche Glaube eine Einladung  Gottes an uns Menschen. Er offenbart sich als Vater, der seine Kinder bedingungslos liebt. In den meisten Religionen geht die Suche von den Menschen aus, verbunden mit großen Anstrengungen und in der ständigen Ungewissheit, genug getan zu haben. Im christlichen Glauben macht Gott sich auf die Suche nach dem Menschen. Er will eine Beziehung eingehen, er baut eine Brücke zu den Menschen durch Jesus Christus. Das ist das Einzigartige, das Barmherzige, das Kostbare.

Der Vormittag verging im Flug, er war anspruchsvoll für den Geist und eine Wohltat für Leib und Seele. Vielen Dank an den Frauengebetskreis, der dieses Frühstückstreffen vorbereitet hat.

I.K.