„Dein Licht scheint in der Nacht“ Konzert mit Lesung zum Erscheinungsfest in Thomashardt am 6. Januar 2017

 

Zum fünften Mal fand in der Auferstehungskirche in Lichtenwald-Thomashardt der musikalische Ausklang der Weihnachtszeit statt. Mit abwechselnder Besetzung wurden verschiedene Werke vom Frühbarock bis hin zur Romantik vorgetragen. Gemäß dem diesjährigen Motto nach Dietrich Bonhoeffer “Dein Licht scheint in der Nacht“ begann die Flötengruppe mit einem kurzen tiefen Menuett aus der französischem Barockzeit. Darauf folgten 3 Weihnachtslieder gespielt vom Querflötentrio und einem Magnifikat eines ungekannten Barock-Komponisten, gesetzt für Blockflötenensemble und Orgelbegleitung. Es erklang gesungen ein kroatisches Weihnachtslied und der Abendsegen von Engelbert Humperdinck. Die Mezzosopranistin war dann nochmals am Schluss im prächtigen Lobeshymnus von John Rutter zu hören. Auf der Orgel wurde von Georg Böhm eine sechsteilige Choralvariation zu einem alten Kirchenchoral interpretiert. Der Organist zeigte hier die hohe Qualität und den Klangfarbenreichtum der Digitalorgel welche mit Originaltönen echter Pfeifenaufnahmen arbeitet. Mit ihren 24 Registern lassen sich etwa 70 unterschiedliche Registrierungen erreichen. Das Querflötentrio leitete dann mit klassischen, lebendigen Sätzen in die Romantik über. Im Gedenken des 100- sten Todestages von Max Reger interpretierte die Orgel das melancholische Melodia op. 129. Darauf folgte von Josef Rheinberger eine sehr eindrucksvolle Pastorale op.150 für Querflöte und Orgelbegleitung. Das Blockflötenensemble stimmte die Bach-Motette „Jesu meine Freunde“ an. Die Musikbeiträge wurden durch drei Lesungen umrahmt. Diakon Allmendinger würdigte und dankte am Schluss namentlich allen Musikern für diesen warmen und harmonischen Abend. Mit herzlichen Beifall verabschiedeten sich die Besucher von den Interpreten.

Konzertantes Zusammenspiel von Kirchenchor und Posaunenchor in der altehrwürdigen Hegenloher Kirche

Zwar ist es nicht die Regel, dass beide Chöre zusammen musizieren, wenn sie es aber tun, dann auf beachtlichem Niveau. Unbestritten hat es seinen Reiz, sind doch die Anforderungen an beide Chöre enorm. Schmetternde Posaunen lassen sich nicht hinter Mauern verstecken, sie durchdringen sie, schallen weit hinaus ins Land, ganz ihrer ureigenen Funktion gemäß. Sie wollen wachrütteln, verkrustetes Geflecht entzerren und eine Spielweise mit eigener Prägung schaffen.

Ein Blick in das Programm wies den Spannungsbogen der Kompositionen auf, die vom 16. bis ins 20. Jahrhundert reichten, mit Schwerpunkt neuzeitlicher Stücke. Giovanni Battista Sammartini hat wie man weiß, den sogenannten Mannheimer Stil mit beeinflusst. Mit dem ersten Satz Allegro ma non tanto (einer Streicher-Sinfonie) eröffnete der Posaunenchor das Konzert, so richtig angetan sich frei zu spielen. Die nachfolgenden Sätze Allegro molto und Adagio schrieb Sammartini für eine Triosonate (Violinen und Basso Continuo). Diese Wiedergabe gelang den Spielern ausgezeichnet, wobei sie dezent aber gezielt durch den Leiter des Posaunenchors Matthias Kick geführt wurden.

Ein recht stattlicher Kirchenchor, der sich um die Bläserinnen und Bläser malerisch gruppiert hatte, trug dazu bei, dass sich kein Ton in Nischen vergrub, sondern die Strahlkraft in den Kirchenraum hinein befeuerte. „Herr Gott, nun sei gepreiset“ – diesem vierstimmigen Satz von  Adam Gumpelzhaimer trug der Chor voll und ganz Rechnung. Gut akzentuiert und sauber gesungen. Das mutmachende „Fürchte dich nicht“ von M. und G. Schäl, textlich wie melodisch in sich stimmig, sucht den direkten Weg zum Menschen, kommuniziert mit ihm, spricht ihm Trost und Hoffnung zu. Es folgte der Chorsatz „Geh“ aus dem Liedheft „Singen um gehört zu werden“. Mit dem Liedheft hat es seine Bewandtnis, knüpft es doch an den Kölner Kirchentag 2007 und geht zurück auf das Umfeld einer Gruppe mit dem Namen „TAKT“, zeitnah in Text und Ton. Bei „Nun freut euch, lieben Christen gmein“, mit einem kernigen Text von Martin Luther und in einer ebenso griffigen Melodie nachgezeichnet (Satz Paul Horn), war der Kirchenchor im Zusammenspiel mit der Bläsergruppe in hohem Maße gefordert.  Es ging ja beileibe um keinen Wettstreit nach dem Motto: wer kann es besser, wer ist tonangebend, es ging schlicht darum, sich ins Gesamte einzuklinken, der Spiel- und Singfreude die Intensität zu verleihen, als ob es das tägliche Brot wäre. Nach kurzem Bläservorspiel musizierten beide Chöre großartig zusammen.

Begrüßung und Liturgie oblagen Pfarrerin Tamara Besserer. Für die Lesung hatte sie Psalm 104 in der Übersetzung der Basisbibel ausgewählt. Ein Loblied auf den Schöpfer, Teil einer Sammlung von 150 Liedern, die selbst in der Weltliteratur von Bedeutung sind. Verszeilen wie „Lobe den Herrn meine Seele“,  „Herr mein Gott wie groß bist du“,  „ Wie zahlreich sind deine Werke, Herr“, „So wird Brot aus der Erde hervorgebracht“  regen zum Nach- und Weiterdenken an.

Oftmals sind Kirchenkonzerte so angelegt, dass die Konzertbesucher zum Mitsingen eingeladen sind. Zwei Lieder waren dafür aus den kirchlichen Gesangbüchern vorgesehen: „Wir strecken uns nach dir“ und „Mein schönste Zier“. Da der Posaunenchor die Begleitung übernahm und der Kirchenchor unterstützend mitwirkte, kam es zu einem vollmundigen Gesang. Unter dem Einfluss der Reformation komponierte Thomas Tallis neben Messen auch für den Gottesdienst, u.a. „Wenn ihr mich liebt“. Diese Komposition hat ihre Wirkung zweifellos in den versetzten melodischen Bögen, wie bei einem Kanon. Die Sensibilität der einzelnen Stimmen war spürbar. Der Chor konnte mit weiteren Beiträgen sein breites Spektrum, auch in gesanglicher Qualität, unter Beweis stellen: „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“ (1996); Text Eugen Eckert, Musik Thomas Gabriel, aus dem Musical „Daniel“.

„Verleih uns Frieden gnädiglich“ (Worte: altkirchl. Antiphon „Da pacem, Domine“, deutsch von Martin Luther), Satz Gerd-Peter Münden (geb. 1966). Der in allen Phasen durchschimmernde meditative Charakter generierte eine Spannung, die gefühlsbetont und schwerelos sich zwischen Himmel und Erde bewegte. Der glockenhelle zarte Beginn der Frauenstimmen, sanft dahinwogend, und an Festlichkeit gewinnend, entfaltete sich durch die einsetzenden Tenor- und Bassstimmen zu inniger Pracht und Schönheit.

Auf den Boden der Tatsachen ging es turboschnell mit drei Stücken aus „Jesus Christ, Superstar“ von Andrew Lloyd Webber: „Superstar“ / „I Don’t Know  How To Love Him“ / „Hosanna“. Frisch-fetzige Musik, bei der sich die Bläsergruppe so richtig ins Zeug legen konnte. Beim ersten Stück war unverkennbar der jubilierend fließende Trompetenpart von Matthias Kick herauszuhören. Im zweiten Stück überzeugte die sanfte und ausdrucksvolle Wiedergabe, sehr harmonisch ausgewogen gespielt. Das „Hosanna“ kam mit seiner feierlichen Prägung gut an. Für den unverwechselbaren Rhythmus aller drei Stücke sorgte Julian Roos, der sein Schlagwerk, eine Cajon, mit ausgeprägtem Taktgefühl bearbeitete.

Kompositionen von John Rutter (geb. 1945) lassen immer aufhorchen, so auch in „I will sing with the spirit“. Hartmut Wolf am Klavier, Elisabeth Wolf, Querflöte (die auch in anderen Stücken präsent war) und Kirchenchor, brachten dieses Stück in grandioser Manier zum Klingen. Eingangs mit zwei Solostimmen wegbahnend, dann übergehend in den Gesamtchor entfachte diese Komposition ein großartiges Feuerwerk. Der anschließend gesungene Irische Segen leitete über zum Gebet mit Worten von Guido Köppel: „In der Nacht ist dein Segen mein Licht“.

Den Abschluss bildete ein von Manfred Schlenker vertonter Luther-Text „Wir glauben all an einen Gott“, wobei Kirchenchor und Posaunenchor zusammen musizierten und dem gesamten  Konzert nochmals eine besondere Note verliehen.

 

Hinter den Chören standen die Chorleiter Matthias Kick für den Posaunenchor und Hartmut Wolf für den Kirchenchor, denen es zu danken gilt für die intensive Probenarbeit mit diesem überzeugenden Hörerlebnis.

G. Reuß

__________________________________________________________________________

Konzert zum Erscheinungsfest

"Er ist die rechte Freudensonn"

Unter diesem Motto aus dem Adventslied „Macht hoch die Tür“ wurde in Lichtenwald Thomashardt die Weihnachtszeit 2015 beendet.

Das Konzert der „feinen Art“ begann mit Heinrich Schütz’s „Jauchzet dem Herrn“,

SWV 36, Motette für Doppelchor, umgesetzt für Flötenensemble und Orgel.

Abwechselnd musizierten das Ebersbacher Blockflötenquintett Flauti dolci, das Lichtenwalder Querflötenquartett, im Wechsel  Werke alter und neuer Komponisten. Diese wurden durch kurze Lesungen unterbrochen, die von Ruth Drosdol ausdrucksstark vorgetragen wurden.

Eindrucksvoll sang Martina Njezic mit natürlicher, klarer Stimme ein kroatisches und ein deutsches Weihnachtslied. Von Antonius Kuczera meisterlich gespielt erklang anschließend das selten zu hörende „Andante mit Variationen in D-Dur“ von F. Mendelssohn-Bartholdy.

Als Abschluss und Höhepunkt hörten wir den Englischen Hymnus und das Abendlied von

H. Monk „O bleibe Herr“. Hier zeigte Ruth Scheihing wieder einmal ihre Kunst, die Querflöte gekonnt erklingen zu lassen, begleitet von der hochwertigen Digitalorgel, die im vierten Vers mit majestätischen, mächtigen englischen Zungenklängen das Konzert beendete.

Tief beeindruckt von diesem Konzert spendeten die Zuhörer der voll besetzten Kirche

lang anhaltenden Beifall.

_______________________________________________________________

Seniorenadvent, 6. Dezember im Bürgerzentrum

Am Nikolaustag fand der traditionelle Seniorenadvent im BüZe statt, zu dem die bürgerliche Gemeinde und die evangelische Kirchengemeinde gemeinsam eingeladen haben.

Bei dem vergnüglichen und abwechslungsreichen Nachmittag gab es eindrucksvolle Beiträge. Der Frauenchor und das Chorälchen des Gesangvereins Frohsinn unter der Leitung von Constanze Seitz begannen mit schwungvollen Weihnachtsliedern aus verschiedenen Ländern. Bürgermeister Rentschler begrüßte die zahlreichen Gäste. „Bischof Sankt Nikolaus aus Myra-Denkendorf“ erzählte aus seinem Leben und erfreute Groß und Klein mit Nüssen und Mandarinen. Jedes Kind erhielt ein kleines Geschenk. Bei Kaffee und Kuchen gab es anregende Gespräche und anschließend begeisterten Schüler von Martin Pillwein zusammen mit einem jungen Flötisten die Zuhörer. Dazwischen lasen Frau Heuberg und Frau Drosdol zwei besinnliche und heitere Weihnachtsgeschichten.

Allen Musikanten und Helfern, ohne die eine so fröhliche Adventsfeier nicht möglich gewesen wäre, sei herzlich gedankt.

Barocke Vokal- und Kammermusik in der Hegenloher Kirche

Familie Schuler-Meybier, Familie Wolf

Die zuhauf gekommenen Konzertbesucher ahnten wohl, dass sie etwas Einzigartiges erwartete, denn beim Glockengeläut verstummte jegliches Gespräch. Knisternde Spannung. Selbst J.S. Bach hätte dies wohlwollend honoriert, mit dessen Sinfonia a-moll der Abend eröffnet wurde. Das gesamte Ensemble kam zum Einsatz: Querflöte Susanne Schuler-Meybier, Blockflöte Elisabeth Wolf, Violine Christiane Wolf und Felix Schuler-Meybier, Cello Hartmut Wolf, an der Orgel Eberhard Schuler-Meybier. Wie man sehen und hören konnte ein kleiner feiner kammermusikalischer Familienverbund. Je nach Erfordernis übernahmen Susanne oder Eberhard Schuler-Meybier (S-M.) den Orgelpart, des weiteren agierten Vater und Sohn, ergo Tenor- und Bassstimme als Duo, insoweit Felix S-M. auf seine Violine verzichten konnte.

Schwerpunktmäßig war Heinrich Schütz vertreten, ein Schüler von Giovanni Gabrieli (Venedig). Doch seine Verfestigung im Generalbass geht auf Monteverdi zurück. Schütz machte von sich reden in bezug auf barocke Musik, wobei hauptsächlich seine Geistlichen Gesänge auf höchstem Niveau angesiedelt sind. Das Programm war folglich gut sortiert. Barocke Musik, Zeitspanne 16. bis Mitte 18. Jh., auch als Generalbasszeitalter bezeichnet, kennzeichnet der Generalbass, d.h. beim mehrstimmigen Gesang die tiefste Stimme, bei den Instrumenten die tiefste Gattung. Gerade das macht die barocke Musik so erlebnisreich, dieser unverzichtbare „Bodensatz“, der den darüber liegenden Akkorden den „Rahmen“ gibt.

„Ich singe dem Herrn“ SWV 260 aus: Symphoniae Sacrae I Nr. 4 für Tenor, 2 Violinen und Basso continuo (Bc). Faszinierend das Zusammenwirken von Orgel und Tenorstimme, wobei letztere teilweise echoartig widerhallte. Dem mitunter flehentlichen Charakter gewährte das Violinspiel verheißungsvolle Aspekte, eingebunden in den warmen Klang des Cellos. In das „Jubilate Deo omnis terra“ SWV 262 aus: Symphoniae Sacrae I Nr. 6, mit dem kraftvollen Bass von Felix S-M., sensibel begleitet von Orgel und Cello, fädelte sich nicht minder überzeugend das Spiel von Violine und Querflöte ein und ließen das gesamte überschwänglich aufblühen. Bei „Lobet den Herren“ SWV 293 aus: Kleine Geistliche Konzerte I, begeisterte die Ebenbürtigkeit von Tenor- und Bassstimme, klar akzentuiert, gelungene harmonische Wechsel und alles eingebettet in die verlässliche Orgel- und Cellobegleitung. Beide Stimmen überzeugten auch bei „Ihr Heiligen, lobsinget“ SWV 288 aus: Kleine Geistliche Konzerte I. Hier zeichneten beide Stimmen klare Linien, die das Kirchenschiff durchzogen was die ohnehin exzellente Akustik willig aufnahm und unterstrich. „Ich liege und schlafe“ SWV 310 aus: Kleine Geistliche Konzerte I, forderte Felix S-M. im höchsten Maße heraus. Schlafwandlerisch bohrte sich der Bass in tiefste Schichten, ohne jemals von der klanglichen Fülle abzugeben und wurde wunderschön von Susanne S-M. an der Orgel nachgezeichnet. Noch einmal Schütz mit „Freude und Glück bewegt mich“ SWV 258 aus: Symphoniae Sacrae I Nr. 2, wo die Tenorstimme von Eberhard S-M. verdeutlichte wie Musik dienend die Dichtung

übermalt. Eine sehr innige Komposition, auch was die instrumentale Besetzung anlangt.

Das Concerto á 4 für Querflöte, 2 Violinen und Bc von Johann Adolf Scheibe skizzierte mit dem Adagio einen festlichen Einstieg, im schönen Wechselspiel zwischen Violinen und Flöte, um auch dem Allegro im wundervollen Zusammenspiel die luftig-leichte Note aufzusetzen, ein Hauch höfischer Musik.

Johan Rosenmüller war mit seiner Sonata Prima in g á 2 für 2 Violinen und Bc vertreten. Dieser Komponist, der auch mit Liedsammlungen in Erscheinung trat, fing vielfältige Stimmungen auf. Im fast wehklagenden Adagio und dem Hinübergleiten ins aufheiternde Allegro, dem fortwährenden Spiel mit Gefühlen und seelenvollen Wandlungen, fast meditativ, war hinreißend.

Von Johann Christoph Pepusch war Quintett in F zu hören für 2 Flöten, 2 Violinen und  Bc. Das Largo sehr feierlich, gepaart mit sämtlichen Attributen höfischer Präsenz. Die nachfolgenden Sätze mit pulsierenden Momenten im Spiel der Quer- und Blockflöte mit Susanne S-M. und Elisabeth Wolf, sowie den beiden Violinen, die innerhalb des abgesteckten Rahmens vom Orgel- und Cellospiel (Eberhard S-M., Hartmut Wolf), wahre Traumlandschaften intonierten.

Das Sahnehäubchen setzten Christiane Wolf und Felix Schuler-Meybier mit der Sonate für 2 Violinen ohne Bass op. 3 Nr. 1 – Allegro von Jean-Marie Leclaire. Dieser Enthusiasmus, diese pure-pralle Freude am Zusammenspiel, das gegenseitige vorbehaltlose Vertrauen in die Spielfertigkeit und Kunst des anderen ließ aufhorchen! Hut ab, das war große Klasse! Der Komponist, selbst ein berühmter Violinvirtuose, hätte sich in der Wiedergabe gesonnt.

Die Musiker wurden für diesen ungemein beeindruckenden Konzertabend mit großem Applaus bedacht.

Musikalischer Ausklang der Weihnachtszeit 2014/2015 in der Auferstehungskirche Thomashardt

Umrahmt durch romantische Orgelwerke von Josef Rheinberger und Theodore Dubois in der Interpretation mit Querflöte und Orgel und der 2. Orgelsonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy erlebten im voll besetztem Kirchenraum der Auferstehungskirche Thomashardt die Besucher eine abwechslungsreiche Stunde mit weihnachtlichen Weisen und Musikstücken. Die Interpreten setzten sich aus einem 5-stimmigen Blockflötenensemble, einem Querflötenquartett und einer jungen Sängerin in Begleitung mit Klavier, zusammen. Dazwischen wurden zeitgemäße Texte zum Thema „Bereitet dem Herrn den Weg“ vorgelesen. Pfarrer Hiller bedankte sich sehr herzlich für das große Engagement der Künstler, die sich mit hohem zeitlichem Aufwand vorbereitet hatten, aber auch für die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen die für diesen Abend notwendig waren. Der hohe Spendeneingang wird der Renovierung der Pfeifenorgel in Hegenlohe zu Gute kommen.

 

 

_______________________________________________________________

Heiße Rhythmen beim Sommerfest des Lichtenwalder Kirchenchors

„Freut euch und singet“ – mit diesem temperamentvollen Madrigal von Lorenz Maierhofer  wurden die zahlreichen Konzertbesucher im Bürgerzentrum herzlich begrüßt, unter ihnen Altbürgermeister Karl Roos mit Gattin, Pfarrer Andreas Hiller mit Gattin, Frau Karin Heuberg, Vors. des Gesangvereins „Frohsinn“.

Der nächste Titel „Come again, sweet love“ von John Dowland aus „The Firste Booke of Songs or Ayres of Foure Partes“ gehört mit anderen zu den schönsten der englischen Madrigale (weltliches Gegenstück zur Motette), es wurde 1597 komponiert.

Dann war Johannes Brahms mit dem Pianistenehepaar Gunilde und Jost Cramer angesagt: „Ungarische Tänze für Klavier zu vier Händen“, Nr. 1 und 2. Obgleich in 'moll' gesetzt, ist diese Partitur beileibe kein Kind von Traurigkeit, die Spannbreite zwischen himmelhochjauchzend und melancholischen Fragmenten wurde unvergleichlich ausgekostet. Zuweilen wähnte man sich in der Pussta beim Galopp edler feuriger Pferde. Die Hände der Pianisten wirbelten atemberaubend schnell und mit einer Leichtigkeit über die Tasten des Flügels, kommunizierten akribisch in ausgelassener Spielfreude, faszinierten mit artikulierender Musik und verbreiteten den wunderbaren Zauber der solchen gefühlsbetonten Stücken innewohnt. Es war ein großartiges Erlebnis, das mit frenetischem Beifall bedacht wurde.

Ein Sommertag, wie er schöner nicht hätte sein können, zugleich auch Titel des Gedichts von Hans Außerladscheiter, das von Schauspieler Ernst Specht rezitiert wurde. Aus demselben Zyklus „Land meiner Träume“ folgte noch „Der Liebesbrief“. Gerade die Schlichtheit der Versgestaltung besticht bei Außerladscheiter, bringt sie es doch immer wieder auf den Punkt was wirklich zählt. Mit weiteren wunderbaren sommerlichen Impressionen wartete der Schauspieler auf : „Einen Sommer lang“ von Detlev von Liliencron, „Im Vorübergehen“ von Johann Wolfgang von Goethe. Aneinandergereihten Worten Leben einzuhauchen ist das Maß der Dinge, das beherrscht Ernst Specht phänomenal und zeichnet ihn aus.

Das Programm war abwechslungsreich angelegt, wie auch inhaltlich passend zusammengeflochten. Der Chor hatte sich wieder positioniert mit beschwingt und frisch gesungenen

a cappella – Liedern: „Durch Feld und Buchenhallen“, Text von Joseph von Eichendorff, Melodie von Karl Friedrich Zelter, der 1809 die erste deutsche Liedertafel gründete. „Ich bin das ganze Jahr vergnügt“, Text und Melodie von Christian Daniel Schubart, sowie den Ohrwurm „The Hurdy-gurdy man“, zu deutsch „Der Drehorgelspieler“, der aus Amerika kommend auch uns Freude macht. Fehlen durften keinesfalls Lieder des 1789 in Schnait geborenen Friedrich Silcher, Komponist, Sammler und Bearbeiter von Volksliedern. Wer kennt nicht seine „Loreley“, „Wohin mit der Freud“, „Hab oft im Kreise der Lieben“, die mit Klavierbegleitung bei manchem Zuhörer Erinnerungen wachrief.

Wenn die Sommerhitze am größten ist, wird es richtig still, so auch geschehen bei der Geschichte „Der alter Bauer“ von Bischof Reinhold Stecher, auf seinem Weg zwischen den Welten. Ernst Specht hat sie sehr gefühlvoll rübergebracht, was inhaltlich im anschließenden

„Abendlied“ von Joh. Brahms den vertiefenden Ton fand und vom Chor verinnerlicht gesungen wurde. „Der Abschied“ von Anton Dvorak, frisch-fröhlich geprägt, lud zum Tanze, was  ob der Hitze niemand ernstlich einforderte. Dafür erzeugte das „Zigeunerleben“ von Robert Schumann mit Klavierbegleitung geheimnisvolle Spannung mit magischen Sprüchen im Schatten des Waldes. Es wurde nach einem Gedicht von Emanuel Geibel ausgezeichnet vertont.

Aus „Petite Suite“: En bateau (Im Boot) von Claude Debussy haben Gunilde und Jost Cramer wiederholt ihr virtuoses Spiel unter Beweis gestellt. Es ist eine so zarte Komposition, in die es sich träumerisch versenken lässt. Mit Tasten auszudrücken, was Wellen an Erzählpotenzial in sich bergen ist schon einmalig und wurde hervorragend zelebriert. Noch einmal Ernst Specht mit dem Gedicht „Nimmersatte Liebe“ von Eduard Mörike, das so mitten ins Leben greift.

Das Sahnehäubchen wurde zum Schluss aufgelegt mit den Liebeslieder-Walzern op. 52 von Joh. Brahms für Chor und Klavier, 1869 komponiert (im 19. Jh. kam das deutsche Kunstlied auf). Die Texte aus „Polydora“ lieferte Georg Friedrich Daumer , ein Religionsphilosoph und Lyriker (1800-1875). Eine überaus geglückte Paarung von Text und Melodie, sehr anspruchsvoll. In ausgefeilter Präzision sang der Chor vom Klavierpart unterstützt, diese wunderbaren und mitreißenden Lieder und die Freude am Singen und Musizieren schwappte über auf die Konzertbesucher. Das waren keine durchkomponierten Sätze, vielmehr klingende Lyrik vom Feinsten. Die Solis dieser Stücke wurden von Chormitgliedern übernommen, dafür gebührt ihnen ein extra Lob.

Ein Sommerabend, der noch lange nachhallen wird, auch weil so ausgezeichnete Künstler mitgewirkt haben wie das Pianistenehepaar Gunilde und Jost Cramer und Schauspieler Ernst Specht und nicht zuletzt ein Chor, der über sich selbst hinausgewachsen ist. Bravo!

Die Leitung lag in den bewährten Händen von Hartmut Wolf, nach wie vor Garant für ein volles Haus. Danke!

Nach Zugaben und tosendem Beifall luden Umtrunk und Häppchen ein zum Verweilen.

 

G. Reuß

_____________________________________________________________________

Konzert des Kirchenchors Mai 2013

Mit dem Eingangschorsatz „Man betet, Herr, in Zions Stille“ von Claude Goudimel spannte sich der Bogen zu einem Komponisten, dessen Hugenottenpsalmen die Lieder der frühen protestantischen Gesangbücher beeinflusst haben. Textlich an Psalm 65 angelehnt, zwingt die Intonation zur Verinnerlichung. Dies zu vermitteln ist dem Chor vorzüglich gelungen. Musikalisch von Lothar Kirchbaum (*1952) neu gewandet war ein Text von Paul Gerhardt „Unter allen, die da leben“ mit dem bekannten Schlusschoral „Ich singe dir mit Herz und Mund“. Dieser doppelchörige Satz, wo Chor und die Stimmen des Oktetts fein ausbalanciert sich vereinigen, ließ aufhorchen.

In der Begrüßung ging Pfarrer Hiller auf die intensive früchtetragende Probenarbeit ein und würdigte die Chortätigkeit als Bereicherung in der Kirchengemeinde.

Bei „Unser Wandel ist im Himmel“ von Heinrich Schütz, dem großen Kirchenkomponisten vor Bach, ließ sich das Oktett bewusst auf die ausgeprägten Stilelemente ein und leitete über zum herrlichen „Gloria patri“, das der Chor in seiner ganzen Pracht entfaltete.

Das Instrumentalensemble mit Claudia Uebele und Elisabeth Wolf, Flöte, Susanne Uebele, Cello, Klaus Wolf, Orgel, bereicherte das Konzert mit zwei wunderbaren Stücken. So waren zu hören Triosonate in F-dur (Grave – Allegro) von John Loeillet und von Alessandro Scarlatti Quartett in F (Adagio – Allegro); beim letzteren griff auch die Cellistin zur Flöte. Die Holzblasinstrumente im schwelgerischen Zusammenspiel mit der Orgel verbreiteten Genuss pur. „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“, von Eugen Eckert (*1954) großartig getextet und von Thomas Gabriel (*1957) kompositorisch passgenau nachgezeichnet, wurde ausdrucksstark gesungen und fand durch das Oktett im großen „Amen“ von John Rutter (*1945) seine Abrundung. Ein weiteres Glanzlicht setzte das Oktett mit dem doppelchörigen „Deus in adiutorium meum intende“ von Juan Gutierrez de Padilla. Doch ein wahres Feuerwerk entfachte Gottfr. August Homilius (Schüler von JSB) mit seinem „Ich will den Herrn loben allezeit“. Nach dem einleitenden „Deo dicamus gratias“ mit dem Oktett, gestaltete der gesamte Chor die Motette zu einem grandiosen Erlebnis. Schwerelos jubelnde Koloraturen, präzise Einsätze  und die alles überstrahlende Freude an diesem Stück, hielt Chor und Zuhörer gleichermaßen in Bann. Mendelssohn-Bartholdy bildete wohlausgewogen den Schluss. „Hebe deine Augen auf zu den Bergen“, ein Satz mit einer strukturellen und ungemein spannenden Auffächerung berührte tief. Diesem folgten „Singet dem Herrn ein neues Lied“ und vom Oktett „Lasset uns frohlocken; Frohlocket, ihr Völker“, auch dies eine ganz besonders erquickliche Tonmalerei. Das beachtenswerte Konzert wurde beendet mit „Jauchzet dem Herrn alle Welt“, der vertonte 100. Psalm, Aufruf zum Lobe Gottes. Ein Abschluss, wie er schöner nicht gedacht werden kann.

Gesang auf so hohem Niveau verdankt der Chor seinem herausragenden Leiter Hartmut Wolf, dessen Begeisterungsfähigkeit für die Musik durchgängig ansteckt. Zu danken ist dem Oktett, sowie dem Instrumentalensemble und Klaus Wolf an der Orgel, für die besondere Mitgestaltung des Konzerts.

Eingewoben in Gesang und Instrumentalmusik waren Gedichte. Von Jörg Zink die Aufforderung „Singt mit, alle Stimmen“. Weitere folgten von Hans Dieter Hüsch, dessen nachsichtiger Zeigefinger stets die wunden Stellen aufspürt, wie „In Gottes Hand – zu schweben zwischen Rätsel und Lösung“ oder „Unsere Zuversicht“, wo sich der Blick auf die abgestandenen Meinungen und eingemachten Ansichten richtet. Das Gedicht „Den Frieden lehren – nach seinen Haupt- und Nebensätzen“ Die Abfolge beschloss Eichendorff’s Gedicht „Der Umkehrende“. Die feinsinnige Auswahl und meisterliche Rezitation spiegelte sich in der Person Ernst Specht, ein allseits hochgeschätzter Schauspieler aus Lichtenwald.    

G. Reuß

 

_______________________________________________________________

"Drei Könige wandern aus Morgenland"

Unter diesem Motto stand ein sehr wohltuendes, feinsinniges, geistliches Konzert der eher leisen und besinnlichen Töne, in der Thomashardter Auferstehungskirche am 6.1.2013. In der vollbesetzen Kirche erlebten die Besucher ein fein abgestimmtes, abwechslungsreich gestaltetes Konzert mit 5 Lesungen zum Thema „Dem Stern vertrauen“ von Jörg Zink: Gedanken zu den Tagen vom 2. bis 6. Januar, hervorragend professionell vorgetragen von  Ruth Drosdol.

 

Zu Beginn wurde mit weihnachtlichen Weisen das vergangene Christfest verabschiedet. Der Bariton  Michael Stegmaier sang zur Klavierbegleitung von  Ruth Scheihing ,„Der Weihnachtsbaum“  von  Peter Cornelius. Irmgard Kammermeyer spielte zur Klavierbegleitung auf der Querflöte 2 Choralbearbeitungen aus dem Weihnachtsoratorium. Das Block­flötenquintett  Flauto Dolci aus Uhingen (Petra Straub, Gerda Böhner, Ruth Scheihing, Bärbel Böhmler, Rose Bressmer ) spielten einige weihnachtliche Melodien. Ergriffen lauschten die Zuhörer, denn es gibt wohl kaum ein Instrument, das diese feine und zarte Hirtenmusik besser wiedergeben könnte.

Dann erklang wohl eines der bedeutendsten Werke für Orgel von Dietrich Buxtehude, vorgetragen von A. Kuczera: Die Ciaconna in e-moll , BuxWV160, entstanden ca. 1680. Für das sehr anspruchsvolle Stück wurden alle Möglichkeiten der digitalen Orgel ausgeschöpft: Intonation auf mitteltönige Stimmung (wie in dieser Zeit üblich), sehr abwechslungsreiche Registrierung der verschiedenen Thementeile, abwechselnden Einsatz der Manuale, Einsatz der Setzer, welche die Registrierungen vom leisen Piano bis dem zum Schluss erforderlichen Forte „fff“ ermöglichte.

 

Dem folgte ein zart durch den Raum schwebendes  Querflötenduo in e-moll , von Georg Philipp Telemann, gespielt von Ruth Scheihing und  Irmgard Kammermeyer.

Sphärisch romantisch erklang  der 2.Satz aus Rheinbergers Orgelsonate Nr. 4 „ Der Stern von Bethlehem“, im Stil der deutschen Romantik registriert, beginnend mit grundtönigen Streicherklängen, abwechselnd im  „cantus firmus“  gespielt, dann  ansteigend zu einem aufbrausenden Mittelteil und fein ausklingenden Endtakten.

Mit einem gemeinsamen Gesang „Lobt Gott ihr Christen“ in welchem alle einstimmen konnten, wurden auch die Besucher in das Konzert eingebunden. Einen besonderen Beitrag brachte Michael Stegmaier mit dem von ihm vertonten Gedicht von   Eduard Mörike, „ Wie heimlicher Weise ein Engelein leise“, zu Gehör.

Das Blockflötenensemble interpretierte ein Concerto in 3 Sätzen nach einem Thema von A. Vivaldi, in einer Bearbeitung von Traugott  Fünfgeld, hier war den Zuhörern eine besondere Rarität geboten: Eine Subbassflöte mit fast 2 Meter Länge erzeugte das notwendige Fundament.

Mit voller Baritonstimme, sehr einfühlsam gesungen von Michael Stegmaier, erklang dann wie erwartet, das bekannte Lied: „Drei Kön’ge wandern aus Morgenland“ von Peter Cornelius, feinfühlig präzise  begleitet auf dem Klavier von Ruth Scheihing.

Den krönenden Abschluss bildete das mit Orgelbegleitung  (Antonius Kuczera) und Querflöte

 (Ruth Scheihing)  vorgetragene Stück von C. Franck: „Panis angelicus“. Hier wurde durch feinste Abstimmung der Orgel auf die Querflöte eine besondere Atmosphäre erzeugt, welche alle Teilnehmer berührte.

Pfarrer Andreas Hiller verabschiedete danach die vielen beeindruckten und bewegten Besucher mit ein paar Gedanken von Arno Pötzsch in das neue Jahr.

 

______________________________________________________________

Konzert in Lichtenwald-Hegenlohe mit Frank Oidtmann, Orgel, Sabine Brodbeck, Violine, Mirjam Künstner, Alt und Kirchenchor

Die Zeit von Ostern bis Pfingsten wird als eine Freudenzeit wahrgenommen, in der fröhliches Singen und Beten die Gottesdienste bestimmen. So jedenfalls legt es der Verfasser vom Wort für den Tag aus. Dessen eingedenk war das Konzert in der Heilig-Kreuz-Kirche in Hegenlohe am 17. Mai ein Volltreffer. Kein Geringerer als Bezirkskantor Frank Oidtmann zog an der feinen zierlichen Orgel sämtliche Register, die ob dieser virtuosen Bearbeitung selbst staunte, was an Genialität in ihr steckt. Sie ließ willig mit sich geschehen was der Meister ihr entlockte  - und das war grandios.

Eingeleitet wurde das Konzert mit dem Satz eines anonymen Barockkomponisten „Lobe den Herrn, meine Seele“, im Dreivierteltakt gehalten, und vom Chor in strahlender würdevoller Schönheit entfaltet. Damit legten die Sängerinnen und Sänger ihre unverwechselbare Spur, was Intensität und flexibles Gestalten anlangt. Dazu die wunderbare Altstimme der jungen Mirjam Künstner im Solopart. Von Georg Böhm (1661-1733) folgte die Partita, ein Variationssatz, für Orgel zu „Auf meinen lieben Gott“ mit Überleitung zum Chorsatz. Ein Ohrenschmaus entpuppte sich mit der „Sonata quarta“ für Violine und Orgel von Heinrich Schmelzer (1623-1733). Sabine Brodbeck, die bei den Barockstücken den Barockbogen über die Saiten strich, glänzte mit umwerfender Spielfreude. Das wechselseitige Kokettieren von Orgel und Geige, die Zwiesprache gekennzeichnet von Überraschungseffekten, eine Entdeckungsreise in die Faszination der Tonfülle mit einem Erzählmodus ganz eigener Prägung, war große Klasse. Von J.S. Bach waren vier Stücke zu hören: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ aus dem Orgelbüchlein, bei dem zwischen den beiden vom Chor gesungenen Strophen Frank Oidtmann geschickt das gesamte Choralvorspiel einband. Bei der Kantate 79 kam es zu einem wunderbaren Zusammenspiel, in dem die Alt-Arie „Gott ist unser Sonn und Schild“ so stimmig von Orgel und Geige eingerahmt war. Präludium und Fuge in G-dur für Orgel geriet wirkungsmächtig, sehr verinnerlicht und auf hohem künstlerischen Niveau.

Dann der Spagat in das Jahr 1989. Eine Komposition von Friedel W. Böhler „Solang es Menschen gibt auf Erden“ kam da recht flott daher. Einem Donnergrollen gleich durchstieß die Orgelintonation Vergangenheitsschatten, brach in die Moderne auf, wobei der Chor selbstsicher parierte. Eine ausgezeichnete Skizzierung. Von Paul Hindemith hatte man aus der        „1. Sonate für Orgel: mäßig schnell“ ausgesucht. Das war schon fast grenzwertig mit der Registrierung der alten Hegenloher Orgel. Doch Frank Oidtmann kam unüberhörbar, technisch überzeugend und höchst galant damit zurecht. In ruhigeres Fahrwasser ging es mit dem von Herbert Beuerle komponierten „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist“ für Chor, Altstimme und Instrumente. Sehr berührend gestaltet. Mit dem Intermezzo aus der 17. Orgelsonate von Josef Gabriel Rheinberger, einem Spannungsbogen zum nachfolgenden „Dextera Domini“ offenbarten sich Seelenlandschaften, die unglaublich beeindruckten. Für feinste Romantik in B-dur  für Violine und Orgel, war Anton Dvorak der richtige Adressat, dessen Musik himmlische Natürlichkeit nachgesagt wird. Eine träumerische Schwelgerei von inniger Tonalität. Geigerin und Organist woben ein Gespinst von einer Qualität wie es edler nicht zu erbringen ist. Vom selben Komponisten war aus den „Biblischen Liedern“ noch „Ein neues Lied will ich dir singen“ zu hören. Mit der ausnehmend schönen Altstimme von Mirjam Künstner, exzellent begleitet von Sabine Brodbeck und Frank Oidtmann, wurde ein weiterer großartiger Mosaikstein gesetzt. Das breit gefächerte Konzert schloss mit „Lass, o Herr, mich Hilfe finden“, aus den Drei geistlichen Liedern für Soloalt, Chor und Orgel, von Mendelssohn-Bartholdy. Eine Partitur von hoher Leuchtkraft. Nicht von ungefähr wurde Mendelssohn als der vollblütigste Musiker aller Frühromantiker bezeichnet. Die Altstimme und der sehr sicher mithaltende Chor unter der großartigen Orgelbegleitung überzeugten auch bei diesem Stück.

Das Konzert, wieder hervorragend von Hartmut Wolf geleitet, wird zweifellos noch lange nachhallen.

Die Liturgie hatte Pfarrer Hiller übernommen mit der Lesung der Seligpreisungen aus der Bergpredigt, sowie Psalm 67, beides in einer Übersetzung von Jörg Zink.

Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Ruth Drosdol, ging in ihren Dankesworten auch auf den Abschied von Frank Oidtmann ein, dessen letztes Konzert als Bezirkskantor in Lichtenwald stattfand.

Hartmut Wolf hob im kleinen Kreis die fruchtbare Zusammenarbeit mit Frank Oidtmann hervor, die viele Glanzlichter in seinem 13jährigen Wirken mit den Chören des Bezirks hinterlasse. Er erinnerte an die Einbindung des Lichtenwalder Kirchenchors bei der Gesamtaufführung von Bachs Orgelwerken, nicht vergessen sind auch die Psalmnächte, sowie Oidtmanns vielfältige Konzerte mit der Plochinger Kantorei in der Stadtkirche Plochingen. Für sein künftiges Wirken im Stift Tübingen wünschte ihm Hartmut Wolf interessante, erfüllende Jahre.

 

 

 

 

Orgelkonzert in der Auferstehungskirche Thomashardt

 

Am Sonntag, den 20. Mai fand um 18 Uhr in der gut besuchten Auferstehungskirche in Thomashardt ein abwechslungsreiches Orgel und Querflötenkonzert statt.

Antonius Kuczera zeigte an Beispielen der Orgelliteratur, die vom Frühbarock bis zur französischen Spätromantik reichte, welche Klangmöglichkeiten mit der neuen Digitalorgel möglich sind. Das Instrument mit seinen 1300 Einzelsamples von Tonaufnahmen echter Pfeifen, ermöglicht eine stilgerechte Interpretation aller Stücke und erreicht dabei nahezu den Klang einer Pfeifenorgel.

Durch die Vielfalt der Registrierungsmöglichkeiten bei der Begleitung mit der Orgel, konnte sensibel auf den weichen und warmen Ton der Querflöte, gespielt von  Ruth Scheihing, die Stücke  von Mendelssohn- Bartholdy zu Gehör brachte, eingegangen werden.

Das einhellige Urteil der begeisterten Besucher:

„Es ist unglaublich, was eine digitale Orgel leistet, das könnte genauso gut eine traditionelle Pfeifenorgel sein.“

Mit einem Geschenkkorb und einem Blumengebinde wurde die Leistung der Künstler  gewürdigt.

 

 

50 Jahre

Posaunenchor Lichtenwald


Festliches Glockengeläute lud zum Jubiläumskonzert des Posaunenchors in die Heilig-Kreuz-Kirche Hegenlohe. Die knisternde Spannung entlud sich in der Sonata F-Dur von Tomaso Albinoni im interpretierten Dahinschreiten, ohne auch nur eine Spur abzuflachen. Auf 'Grave' folgte frisch beschwingt die 'Gavotte', schnörkellos hinübergleitend in ein von Trompeten führendes 'Larghetto', dennoch mit weichem Ausdruck, um letztlich im 'Presto'-Satz Bildhaftes zu gestalten.

In seiner Begrüßung fand Pfarrer Andreas Hiller lobende Worte zum 50jährigen Bestehen des Posaunenchors und er schlug den Bogen zur Grundschule, die gleichfalls seit 50 Jahren in Lichtenwald etabliert ist. Einem altbewährten Brauch folgend waren die Konzertbesucher in das Programm mit eingebunden. Drei Choräle wurden gemeinsam gesungen, stets präzise von den Bläsern begleitet, mit dabei in Annäherung an Psalm 9 „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“, zugleich Leitgedanke des Konzerts. Dieser Choralsatz schloss mit einem zutiefst berührenden Nachspiel.

Im Mittelalter und in der Renaissance-Zeit galt die „Blasende Musik“  noch als <herrschaftlich>, was heißen soll, dass die sog. Stadtpfeifer Trompeten, wie sie die Hofmusiker bliesen, nicht benutzen durften. Zu ihrem Instrumentarium gehörten hölzerne Grifflochtrompeten und ein Satz Posaunen, mit denen die städtischen Musiker bei verschiedenen Anlässen u.a. zum Gottesdienst, bei Hochzeiten und Kindstaufen spielten (Quelle: Steffen Lieberwirth).

Vor der Andacht war von Hans Leo Hassler (1564-1612) 'Intrade', eine festliche Einleitungsmusik, zu hören. Der in Nürnberg geb. Komponist studierte auch in Venedig und von ihm wird berichtet, dass er in vollendeter Form italienische Musik mit Elementen der deutschen Tradition verband. Die Andacht bezog sich auf den vorgenannten Psalm und Pfr. A. Hiller machte in seinen Ausführungen einen Abstecher zum 1980 herausgekommenen Liederbuch „Das gute Land“. Ein Liederbuch mit einer Mission und Lobpreis-Liedern; es stand quasi für eine neue Art von Musik und „revolutionierte“ seinerzeit so manches Gemüt. Er führte dabei weiter aus „wir brauchen das traditionelle Liedgut, das sind die Wurzeln, und miteinander werden wir Gott loben und neue Wege finden und gehen“.

Bei so bedeutungsvollem Jubiläum liegt es nahe, auf Georg Friedrich Händel zurückzugreifen: „Sie schallt, die Posaun“ aus dem „Messias“, in einer Bearbeitung für Trompete und Orgel. Dass dies vorzüglich gelang, lag in der professionellen Ausführung der Brüder Kick: Matthias, Trompete, Thomas, Orgel. Feine zarte Trompetenklänge im Wechsel mit schmetternden Passagen, die vom Orgelspiel ausgezeichnet eingebunden wurden. Auch zeitgenössische Musikliteratur hat beim Posaunenchor hohen Stellenwert und so ist Michael Schütz (*1964) längst kein Unbekannter mehr. Sein „One More Try“ wurde wunderschön dargeboten, akzentuiert, doch mit Charme, dem auch der Schlagzeuger feinfühlig nachspürte. „The angel rolled the stone away“ von Friedel W. Böhler (*1946) mit bestimmendem zielorientiertem Charakter ließ aufhorchen. Mit „Hab Dank, mein Gott, du ziehst mich ins Vertrauen“, komponiert von Eric Mankel (*1978), trat eine vertonte eng dem Glauben verhaftete Überzeugung zutage, die mit der Übereinanderschichtung der Töne höchst beeindruckte, auch spielerisch. Das offizielle Programm endete mit „There’s no hiding place“,  in der Bearbeitung von Richard Roblee (*1943), dem noch zwei Zugaben nachgeschoben wurden.

Im August 1962 kam es auf Anregung des damaligen Pfarrers Dieterich zur Gründung des Posaunenchors. Gebrauchte Instrumente wurden aufgekauft und auf Raten abgezahlt. Mit der Ausbildung der 13 Jungbläser, die großenteils keinerlei musikalische Vorkenntnisse hatten, wurde Lehrer Erich Kick beauftragt. Geld für gedruckte Noten war nicht vorhanden, und so schrieben sie die Spieler nach Anweisung des Chorleiters in ihre Hefte. Dieser unermüdliche Einsatz von E. Kick zeitigte bald den erwünschten Erfolg, der glücklicherweise immer noch andauert, nicht zuletzt deshalb, weil in Nachfolge sein Sohn Matthias seit 1982 dem Posaunenchor seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückt. Bereits dreizehnjährig verschrieb er sich der Trompete, die auch innerhalb seines Musikstudiums bedeutungsvoll war.

Derzeit kommen beim Chor, dem auch 5 Bläserinnen angehören, Trompete, Kornett, Zugposaune, Tuba, Bariton, Tenor- und Waldhorn zum Einsatz, bei Konzerten zusätzlich das Schlagzeug. Er setzt sich aus 17 Stammbläsern zusammen, wovon fünf aus umliegenden Orten (Baiereck, Schlichten, Schorndorf, Winterbach) kommen. Die Altersstruktur reicht von 20 – 76 Jahre.

Nach dem erfolgreichen Konzert, wozu dem Posaunenchor hohes Lob zu zollen ist, wurde zum Stehempfang eingeladen, bei dem die Frauen der Bläser u.a. feine selbstgebackene Häppchen anboten.

Von den Anfängen dabei ist Posaunist Fritz Haller, dem aus diesem Anlass besondere Ehre zuteil wurde. Großer Dank gebührt dem Leiter des Chors Matthias Kick und nicht vergessen sei der siebzehnjährige Julian Roos, der bei den Konzerten für den richtigen „Schlag“ sorgt.

 

G.R.

_______________________________________________________________