Lichtenwalds Baumeister-Aktion

Lichtenwalds Baumeister-Aktion

Das Wetter hätte schlechter nicht sein können am Samstag, den 4. Mai. Trotz schlechter Wettervorhersage und düsterem Wolkenhimmel  bauen wir auf dem Netto – Parkplatz die Pavillons und den Grill auf, immer mit dem bangen Blick nach oben. Ein ganzer Anhänger voll mit Bauklötzen wartet auf begeisterte Baumeister.

Der Count-Down läuft… wer baut den höchsten Turm? Jugendreferent Markus Eichler spornt an: Lichtenwald`s Gemeinderat und Kirchengemeinderat bauen um die Wette. Doch zuerst kommt der Schlachtruf: „Gemeinsam sind wir stark“, dann geht`s los: Klotz um Klotz wird aufgestapelt… der Sturm lässt die wachsenden Türme schwanken… noch ein paar Sekunden, noch ein paar Klötze… und Gleichstand… nein, die Kirchengemeinde legt noch einen Klotz drauf… gewonnen!!!  „Stairway to heaven“ und  „Dem Himmel entgegen“ -  so die Namen der Türme -  posieren noch für ein Erinnerungsfoto und werden in Windeseile abgebaut… schade. Die Klötze werden schnell in Kisten verstaut zum Leidwesen der Kinder. Sturm und  Schneeregen reißen an den Zeltplanen, alle stehen um den Grill, wärmen die Hände und genießen die Würste. „Wo bleibt der Glühwein?“ Heißer Tee tut`s auch! Trotz allem: es hat Spaß gemacht, das machen wir unbedingt nochmal, bei schönem Wetter, oder im Winter in der warmen Kirche.

Vorausschau: im Rahmen des Projektes Kinder-und Jugendarbeit in Lichtenwald veranstaltet die ev. Kirchengemeinde am 20. Juli einen Familien - Aktionstag rund um die Kirche in Thomashardt. Jetzt schon vormerken!!!  Er findet bei jedem Wetter statt!!!

Irmgard Kammermeyer

Schmetterlinge am Kreisverkehr

Artensterben in Lichtenwald

Es ist ein Schwund von 50%, das ist dramatisch, dabei sind sie wohlweislich erst nach dem 1. Mai losgeflogen und auf dem Kreisel gelandet…  Zehn  wunderschöne Schmetterlinge, jeder eine Besonderheit, einzigartig in Farbe und Form.  Hat es ihnen dort nicht gefallen,  war es ihnen zu kalt oder fielen sie Räuber zum Opfer?  Wir hoffen, dass sie, dort wo sie jetzt sind, Freude machen oder sich sogar vermehren, wer weiß…  Danke an Herrn Scheihing, der die Schmetterlinge ausgesägt hat und an die Kinderkirchkinder, die sie liebevoll und mit viel Phantasie bemalt haben. Wir wünschen allen „Kreiselrumfahrern“  trotzdem viel Freude an den fünf restlichen prächtigen Exemplaren.  I.K.

Ausflug Kirchenchor 2019

Kirchenchor – Ausflug in die Pfalz

 

Wir schreiben das Jahr 2019, das befrachtet ist mit einer Fülle von Wahlen, darunter auch jene für die EU. Was liegt näher, als sich auf Spurensuche zu begeben, zumindest was die deutsche Demokratie anlangt, deren Wiege, so 1832 verbrieft, im Hambacher Schloss stand. Eine alte Reichsburg der salischen Kaiser. Sie wurde berühmt durch das „Hambacher Fest“, eine studentische Kundgebung im Mai 1832, bei der es um die Vereinigung der deutschen Länder zu einem einheitlichen Reich und um den Zusammenschluss Europas ging. Ein bis heute symbolträchtiger Ort für diejenigen, die sich in Europa verpflichtet fühlen für Gleichheit, Toleranz und Demokratie. Bild „Hambacher Schloss“

Der regenverhangene Samstag verstimmte die muntere Reisegruppe keineswegs, zudem stand er unter der für diesen Tag bestimmten christlichen Losung. Dies wiederum war zugleich ein Brückenschlag nach Speyer. “Die Gottesburg des Domes zu Speyer mit ihren vier Türmen und zwei Kuppeln hat noch jeden in den Bann geschlagen“, so bringt es das Kleine Dombuch auf den Punkt. Und, er gilt als die größte romanische Kathedrale. Die Grundsteinlegung zum Bau erfolgte durch Kaiser Konrad II. Das Innere zeigt eine mächtige Pfeilerbasilika von gewaltigen Ausmaßen. Die Wölbung erhöht den großartigen Raumeindruck. Unter Chor und Chorschiff befindet sich die Krypta. Ihr haftet der Ruhm an, die schönste Unterkirche der Welt zu sein. Sie ist Grablege von vier Kaisern, drei Kaiserinnen, vier Königen und fünf Bischöfen. 1961 wurde der 900. Jahrestag der ersten Domweihe gefeiert. Bild „Dom Speyer“

1529, beim zweiten Reichstag zu Speyer, muckten die Protestanten gegen abträgliche Beschlüsse auf.

Nach der verdienten Mittagspause im „Dürkheimer Fass“ war noch lange nicht Schluss. Bild „Dürkheimer Fass“

Es ging nach Neustadt, und da wiederum zu der aus rotem Sandstein erbauten Stiftskirche. Sie gehört zu der linksrheinischen vorderen Pfalz. Ursprünglich als Begräbniskirche der kurfürstlichen Familie errichtet. In dieser wunderbaren Kirche durfte der Chor die Noten auspacken und singen. Bei der ausgezeichneten Akustik perlten die Töne konzertreif Stück für Stück. Bild „Chor Stiftskirche NW“ Für alle ein Erlebnis besonderer Art. Unser Chorleiter hatte mit Bedacht die passenden Lieder dafür ausgesucht. Die Spannung steigerte sich, weil bei kurzen Unterbrechungen eine Andacht eingestreut war. Diese Aufgabe hatte unser Mitsänger Pfarrer i.R. Alexander Straubenmüller übernommen. Hier auszugsweise: Wozu eigentlich unternehmen wir diesen Ausflug? Eine Antwort steht bei Paul Gerhardt im Gesangbuch „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Ausflug um Freude zu suchen? Ja! „Vieles Böse geschieht“ – da sagt der Dichter Albrecht Goes die Wahrheit. Zeitungen, Radio, Fernsehen berichten davon als gäb’s nichts Anderes. Aber es gibt doch eine andere Wahrheit, davon zeugen die gesungenen Lieder. Manchmal ist es gut, Abstand zu nehmen vom Sog der allzu vielen bösen Nachrichten. Den Abschluss bildete das Segenslied von Mendelssohn Bartholdy “Verleih uns Frieden“. Nach dem Abendessen wurden noch gemeinsam Wunschlieder gesungen. Anderntags nach einem reichhaltigen Frühstück, tourte der Bus mit seiner quicklebendigen Fracht nach Annweiler am Trifels. Bild „Burg Trifels“. Schon seit 1081 Reichsburg. Das Dorf Annweiler wurde 1219 durch den Staufenkaiser Friedrich II. zur Reichsstadt erhoben mit Münzrecht und Marktvorrecht. Im Kapellenerker war der Reichsschatz und auch der Normannenschatz verwahrt. Nicht dass er die Schätze hätte bewachen müssen, mitnichten, vielmehr durfte der englische König Richard Löwenherz die Bleibe als Gefangener testen. Diese Burg sah viele kommen und gehen, seien es die Salier, Staufer oder die Welterneuerer anno 20 Jh. Nachbildungen der einzigen achteckigen Krone, Reichsapfel, Reichszepter und weitere Insignien sind dort verwahrt. Die Ausblicke von hoher Warte in das Rheintal sind gigantisch. Auch während der Fahrt bot sich dem Betrachter eine Fülle von landschaftlicher Schönheit. Die bewaldeten Berghänge, dazwischen wie Osternester versteckte Dörflein, ziehen sich wie ein Band dahin, verwöhnen mit bizarren Burgen und Felsen, darunter auch der legendäre Fels Jungfernsprung. Nach der Mittagspause, bei der nicht nur der „Saumagen“ gekostet werden konnte, ging die Fahrt nach Mussbach zur Weinprobe, wo nicht nur der Pfälzer Riesling, das weltgrößte Anbaugebiet, geschlürft wurde.

Zwei Tage mit vielfältigen Reiseerlebnissen gingen damit zu Ende. Ein hohes Lob an die „Macher“, die mit viel Fingerspitzengefühl geplant und getestet haben was machbar ist. Es war für jeden etwas dabei, egal ob gut zu Fuß oder weniger gut. Niemand blieb sich selbst überlassen. Großer Dank an Irmgard und Siegbert Kammermeyer, den bewährten Assistenten Walter Bihl, sowie Alexander Straubenmüller. Unser Chorleiter Hartmut Wolf, auch ihm sei gedankt, fasste es so zusammen: Ihr habt alles toll ausgelotet und mit viel Gespür, Liebe und Herzblut umgesetzt. Wir danken herzlich unseren treuen mitfahrenden Gästen, unter die sich diesmal auch ein Paar aus Kanada mischte.

 

Gisela Reuß

Ökumenisches Taizé-Gebet in Lichtenwald

Die nächsten Termine:

 

11.09.2019 - Kirche Hegenlohe

11.10.2019 - Kirche Thomashardt

13.11.2019 - Kirche Thomashardt

13.12.2019 - Kirche Thomashardt

Mittagessen in der Auferstehungskirche

Jeweils  montags von 12:00 - 13.30 Uhr.

Jeder der Lust hat ist eingeladen.

Die nächsten Termine sind am

22.07.

16.09.

 

Kontakt: Manuela Israel, Tel. 945502

Kosten: auf freiwilliger Basis um die Unkosten zu decken und Bedürftigen gezielt zu helfen.

 

 

Chor- und Instrumentalkonzert des Kirchenchores

Vom Barock in die Neuzeit

Konzert des Lichtenwalder Kirchenchors

 

Bach ist und bleibt Bach! Unverwechselbar. Trefflicher hätte das Konzert nicht beginnen können als mit „Ich will den Namen Gottes loben“ aus Kantate 142. Man durfte schwelgen in großartiger Festmusik. Schon das facettenreiche Vorspiel von Orgel (Gotthilf Greiner) und Flöten, dem nachfolgend einsetzenden stimmgewaltigen Chor machten Lust auf mehr. „Wir singen all mit Freudenschall“, eine triumphale zweichörige Komposition von Johann Eccard (1553-1611), ließ ebenso aufhorchen. J. Eccard, ein Schüler von Orlando di Lasso der auch in München wirkte, zählte zu den führenden Komponisten. Faszinierend war die wechselnde Führungsposition zwischen den Chören, wobei der erste vom Chor, der zweite vom Flötenensemble übernommen wurde. Letzterer hatte sich dazu im hinteren Teil der Kirche aufgestellt. Die beabsichtigte Wirkung blieb nicht aus. Mit dem 146. Psalm „Du meine Seele singe“, vertont durch Johann Ebeling (1637-1676), konnte der Chor einmal mehr unter Beweis stellen, wie berührend es anmutet, wenn Komposition und Text sich zu einer Einheit verschmelzen. Ein authentischer Vortrag. Die Begleitung sowie das Zwischenspiel der Flöten, vertieften den Eindruck. Johann Rosenmüller (1619-1684) spürte der Wahrheitsfindung nach und dies schlug sich textlich wie kompositorisch nieder in „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch“ (Kleine Kantate). Das war mit dem großen Zeigefinger auf den Punkt gebracht. Und doch schwang Verheißung und Zuversicht mit.

Gotthilf Greiner wechselte von der Orgel zum E-Piano, mischte dort aber nicht Pastellfarben, wenngleich wie leichte Pinselführung seine Finger in die Tastatur griffen zum Vorspiel von „Mal Gottes Regenbogen an den dunklen Himmel“ und quasi eine Tonmalerei skizzierte. Der Chor nahm die vorgegebene Leichtigkeit auf um dann aber gemeinsam die Wolken vom Himmel zu schaufeln. Text und Musik stammen von Martin Gotthard Schneider (1930-2017). In den Reigen neuerer Musik reihten sich „Wo Menschen sich vergessen“, nach einem Satz von Klaus-Ewald Fischbach (1935-2017); „Jesus, be a fence“, ein Gospelsong von Peter Sandwall (geb. 1950), bei welchem Susanne Lindner das Soli sang und der Chor jeweils gut parierte, auch weil dieser sich vom souveränen Spiel Gotthilf Greiners gut geführt wusste.

Nicht nur bei den begleitenden Aufgaben faszinierte das Flötenquintett mit ausgesucht schönen Stücken, gleich vorneweg mit einem höfischen Tanz „Pavan und Gaillard“ von Richard Mico (1590-1661). Diese Tänze wurden seinerzeit im Volksmund als „Dantz und Hupfauf“ bezeichnet, und die Flötistinnen haben dies im tänzerischen Spiel gekonnt umgesetzt. Wie erhaben-schön Blockflötenmusik dem Ohr schmeichelt wurde in den Sätzen von Georg Philipp Telemann ganz hervorragend inszeniert: Suite C-dur / Ouvertüre-Rondeau-Loure-Rigaudon. Ein genussvolles Zusammenspiel. Lobenswert auch, dass Stücke nicht oder nicht mehr so bekannter Komponisten das Programm bereicherten. Da sind zu nennen Antony Holborne (1545-1602) mit „The honey suckle – The Sigh“, eine grandiose Wiedergabe; Glenn Shannon mit „Präludium und Fuge d-moll (1997). Die Freude am Musizieren bei diesem flott daherkommenden Stück war spürbar, aber auch „Amazing Blue Grace“ von Lance Eccles (geb. 1944) beeindruckte.

Die gesamte Blockflötenfamilie war im Aufgebot, angefangen von der Sopran- bis zur Subbassflöte und alle fünf Spielerinnen beherrschen sie virtuos. Und das sind sie: Andrea Höchstädter, Beate Sauer, Heide Susenbeth, Karin Wenger-Schnaible, Elisabeth Wolf.

Lesungen ergänzten das Programm. Dazu hatte Pfarrerin Tamara Besserer den 145. Psalm ausgesucht – ein Lobpreis –  dem der bekannte Vers entstammt „Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte“. Nicht von ungefähr verlas sie auch den Text zu „Mal Gottes Regenbogen an den dunklen Himmel“, ein ganz ausgezeichnetes tiefschürfendes Gedicht.

Beim Irischen Segen „Mögen Wege dir offenstehn, mög der Wind dir stets im Rücken sein“ von Bob Chilcott (geb. 1955), mündete alles in einen wunderbaren Zusammenklang. Schöner kann ein Kirchenkonzert gar nicht ausklingen.

Insgesamt war es ein Programm das auf Vielfalt setzte ohne in Beliebigkeit zu verfallen.

Dank an den Kirchenchor, Gotthilf Greiner, das Flötenquintett, Pfarrerin Besserer und Hartmut Wolf, dem die Leitung oblag, und der mit diesem wunderbaren Konzert bei den Besuchern ein feines Lächeln auf die Gesichter zauberte.

 

Gisela Reuß