Konzert am Erscheinungsfest

Konzert am Erscheinungsfest

„Siehe, dein König kommt zu dir“

 

Zum 8-ten Mal wurde in der Auferstehungskirche Thomashardt die Weihnachtszeit 2018 mit Lesungen, Flöten- und Orgelklängen vor einer fast voll besetzten Kirche verabschiedet. Zur Einstimmung auf diese Stunde erklang die Orgel mit dem Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Niels W. Gade, einem dänischen Organisten der Romantik. Noch einmal erklangen weihnachtliche Weisen durch die Querflöten- und Blockflötengruppe.

Mit Johann Sebastian Bach‘s Orgelchoral „Wir glauben all an einen Gott“, BWV 740, in barocker Klangauswahl vorgetragen, erfolgte die Überleitung zu  Flötenstücken der Barockzeit von Telemann und Anderen.

Als besonders feinfühlig abgestimmt wurden die Stücke mit Querflöte und Altquerflöte  empfunden. Hier zeigte die Digitalorgel mit ihren originalen Pfeifenklängen ihre besondere Qualität sich als Begleitinstrument an die Flöten anzupassen, aber dennoch eigenständig hörbar zu bleiben. Diese Fähigkeit war dann auch im Zusammenspiel mit dem Flauti dolci und dem Querflötenquartett noch einmal wirkungsvoll zu erleben.

Die Flöten- und Orgelbeiträge wurden von feinsinnigen und ausdrucksstarken Lesungen untermalt, die von Ruth Drosdol professionell vorgetragen wurden.

Den Schlusspunkt setzte dann die Orgel mit Alexandre Guilmant‘s Paraphrase über einen Chor aus dem Oratorium „Judas Maccabaeus“ von Georg Friedrich Händel, welche später für das bekannte Weihnachtlied „Tochter Zion freue dich“ verwendet und auch für das Motto dieses Abend’s „ Siehe, dein König kommt zu dir“ gewählt wurde. Mit fast nicht enden wollendem Beifall wurden alle Mitwirkenden des Konzerts für die Leistung und die Gestaltung dieses schönen Abends belohnt und verabschiedet. Viele Teilnehmer haben sich anschließend noch einmal sehr beeindruckt geäußert.

 

Konzert des Kirchenchors Lichtenwald mit den Instrumentalisten

Oktober 2017: Konzert des Kirchenchors Lichtenwald mit den InstrumentalistenValerio Fasoli, Querflöte, Achim Dann, Viola,  Reinhard Klay, Cello, Klaus Wolf, Orgel. 

Was halten wir in Händen – wenn die Sonne sinkt. Na ja, das darf schon hin und wieder bedacht werden. Doch damit begann das Konzert nicht. Strahlend leuchtete es auf mit „Christe, du bist der helle Tag“, einer Komposition des u.a. als Hofkapellmeister in Dresden tätigen Johann Walter (1496-1570), von dem auch frühe protestantische Gesangbücher stammen. Dann überleitend und sehr konzertant die Motette „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ vom Thomaskantor Johann Hermann Schein (1586-1630). Aufbauend auf Psalm 84 gestaltete der Chor nach der geheimnisvollen Eingangsphase das Werk beschwörend, bisweilen explosiv und doch konsonant, um schließlich in eine würdevolle Erhabenheit zu münden. Exzellent und einfühlend von Cello und Orgel untermalt.

Das Programm umfasste Kompositionen von 1557 bis 2007, was sowohl stimmlich wie auch instrumental einiges abverlangte. Alte Kirchenmusik mit ihrem ganz eigenen Zeit- und Taktgefühl berücksichtigte die großen Gewölbe der Kirchen, in denen schnelle Tonfolgen verzerrt wiederhallen. Und wie lieben wir diese Musik, die sich so unauslöschlich in unsere Seele bohrt. Mit den Liedern „Christus ist König“ (1994 von Ernst Salewski), „Komm, Geist von Gott“ (1994 von Lothar Graap), „Bevor die Sonne sinkt“ (1971 von Martin Striebel), „Wenn die Sinne nicht verschlossen sind“ (2007 von Horst Krüger), warteten jüngere Generationen auf. Das zuletzt genannte Stück ließ ob der instrumentalen Begleitung aufhorchen, wo sich Flötengirlanden überaus keck tummelten, dazu noch vom Cello und der Viola ermuntert wurden. Von Johann Sebastian Bach folgten vier Stücke, allen voran der Kanon „Dona nobis pacem“. Der Choral „Lob und Preis sei Gott dem Vater“, kernig, eben wie Bach, festgemauert wie Luther, gewann im unteren Teil durch seine Auffächerung  an Dynamik. Dem stand „Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit“ in nichts nach. Dann instrumental ergänzend die „Sinfonia in e-moll“. Von Felix Mendelssohn-Bartholdy sang der Chor aus dem großartigen Oratorium „Elias“ das berührende „Hebe deine Augen auf zu den Bergen“, sowie ein weiteres Werk „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Letzteres setzte bei der Wiedergabe melodiedramatische Akzente in den eingestreuten Phrasierungen durch Instrumente, Soli (Sopran Susanne Lindner, Bass Jakob Straubenmüller), Chor und unterstrich den romantischen Charakter aufs Feinste. Zwischen den Mendelssohn-Chorälen erklang die „Romanze in C-dur“ von Max Reger (1873-1916). Den Abschluss, soweit im Zusammenspiel von Chor und Instrumenten, bildete die Kantate „Freuet euch im Herrn allezeit“ von Wolfgang Karl Briegel  (1626-1712). Eine zauberhaft angelegte Partitur, die durch kunstvolle Gliederung und den Fugenthemen temperamentvoll aufblitzte.

Das kleine aber herausragende Instrumentenensemble griff in das reichhaltige Schaffen von Georg Philipp Telemann. Mit der Triosonate h-moll für Flöte, Viola, Cello und Orgel, den Satzfolgen Largo-Allegro-Dolce-Vivace, gelang eine ausdrucksstarke Gestaltung. Von Francois Devienne (1759-1803), der seine Laufbahn als Mitglied der Musik der Schweizergarden in Paris begann, ein Meister auf Flöte und Fagott, wurden zwei Duos gespielt, F-dur und D-dur für Flöte und Viola. Der Flötist des Abends, ein virtuoser Beherrscher seines Instruments, verzauberte mit seinem Spiel, dem auch der Bratschepart leichtfüßig folgte in einem sich herrlich  auffächernden Spannungsbogen. Es war purer Genuss dem mit Verve spielenden Ensemble zuzuhören. Jeder auf seine Weise gliederte sich in das große Ganze ein und verlieh dadurch dem Abend eine  ganz besonders noble Note. Der Chor konnte auf verlässliche instrumentale Begleitung setzen, agierte aber auch großartig und sicher in allen a cappella – Stücken.

Die im Programm eingebauten Lesungen hatte Pfarrerin Tamara Besserer übernommen. Indem sie die vertonten Texte vorlas, konnten die Zuhörer alles sehr entspannt genießen.

Ein herzliches Dankeschön allen Musizierenden, nicht zuletzt Hartmut Wolf, dem es wieder gelungen war, einen in seiner musikalischen Schönheit und Vielfalt  nachhaltigen und unvergesslichen Abend zu präsentieren.

G. R.